Der Stellplatz in Riedlingen ist erst seit wenigen Wochen in Betrieb. Jeden Tag kommt dort ein Mann vorbei, der den Aufbau des Platzes konzeptionell auch gesteuert hat. Er war sehr nett, und ich habe im Gespräch mit ihm zunächst die Dinge gelobt, die mir gut gefallen haben. Er fragte mitten in mein Lob hinein „Und das aber?“ . Ich habe zunächst kritisiert, dass man nicht auf den Platz kann wenn man keine Email-Adresse vorweisen kann. Beim Einbuchen auf dem Stellplatz muss man sich aus einer durchnummerierten Liste eine Standparzelle aussuchen. Ich landete durch Zufall neben dem einzigen weiteren Gast auf dem Platz. Da hätte etwas mehr Abstand nicht geschadet. Er versprach ein Bild mit der Lage der verschiedenen Standparzellen aufzuhängen. Bei der Notwendigkeit sämtliche persönlichen Daten einzutragen, überzeugte ihn meine Kritik nicht. Auf meine Aussage hin, dass an sämtlichen anderen Stellplätzen einfach ein paar Euro eingeworfen werden, meinte er es gebe ja schließlich ein Bundesmeldegesetz. Wenn andere etwas fehlerhaft umsetzen, dann müsste er sich da ja nicht unbedingt dranhängen. Über die Sinnhaftigkeit des Bundesmeldegesetzes, und ob es noch in die Zeit passt, machte er sich keine Gedanken. Da kommt für mich eine typisch deutsche Eigenart durch. Und man muss gar nicht in unsere dunkle deutsche Vergangenheit zurückgehen, um Beispiele zu finden wo die Bürokratie und Gesetzgebung zum Himmel schreiende Dinge legitimiert hatte. Das weitere Gespräch verlief aber sehr angenehm und man merkte wie stark ihm die Umsetzung dieses Stellplatzprojektes am Herzen liegt. Trinkwasser hatte ich gestern schon nachgefüllt. Also ging es gleich nach dem Frühstück los.

Zunächst wollten wir die Wimsener Höhle besuchen. Auf obiger Karte ist links unten die Position der Höhle durch ein A markiert. Ganz oben, als roter Punkt gekennzeichnet, ist unser neuer Übernachtungsort in Blaubeuren. Dicht darunter gibt ein B die Position der Höhle Hohle Fels wieder.

Der Parkplatz vor der Wimsener Höhle war ziemlich stark belegt und für lange Wohnmobile existierten eigentlich keine Plätze, es sei denn man lässt sie einfach in den Rangierbereich des Platzes hineinragen. Ich habe am Parkplatzeingang mich auf einem schmalen Grasstreifen längs gestellt. Der Parkplatzverantwortliche in Riedlingen hatte mich schon vorgewarnt, vielleicht hätte ich den Höhlenbesuch besser gestern schon online vorbestellen sollen. Die große Anzahl an Autos schien ihm Recht zu geben.

Gastronomie findet sich vor der Höhle natürlich auch.

Alma hat sich hier zumindest an den Pfoten etwas Abkühlung geholt.

Das Kassenhäuschen der Wimsener Höhle. Rechts von dem Sonnenschirm liegt ein Boot mit dem man von dort aus in den Berg reinschippert. Und der Ticket-Kauf klappte problemlos.

Die Bootsführerin schob das Boot per Hand ganz langsam durch die Höhle. Den Kopf musste man dennoch sehr oft einziehen.



Die Temperaturen waren in der Höhle natürlich sehr angenehm.
Danach fuhren wir zur der nächsten Höhle, die den Namen Hohle Fels trägt.

Windräder sieht man hier im Süden von Deutschland so gut wie garnicht. Während wir in Bayern auch relativ wenige Solaranlagen gesehen hatten, änderte sich das in Baden-Württemberg schlagartig. Sowohl auf Feldern als auf den Hausdächern sieht man sehr viele Solarkollektoren. Das wird hier vermutlich stark finanziell gefördert worden sein.

Die Hohle Fels Höhle brachte uns wieder wohltuende Abkühlung. Sie ist im hinteren Teil riesig groß.


Gleich hinter dem Eingangsbereich gibt es diesen aktiven Ausgrabungsbereich. Dort fand man eine Reihe von steinzeitlichen Figurenschnitzereien. Ob die Steinzeitmenschen sich vorwiegend in diesem vorderen Bereich aufhielten oder ob die Fundstücke aus hinteren Höhlenbereichen nach vorne geschwemmt wurden, bleibt unklar. Es war ein älterer Universitätsmitarbeiter anwesend, der sehr viele Details erklärte. Die zu sehenden Säcke sollen verhindern, dass Erdreich aus dem hinteren Bereich nach vorne gedrückt wird. Man will hier so tief graben bis man auf den Fels im Untergrund trifft. Momentan ist man auf einem Ausgrabungsniveau, das ca. 100000 Jahre zurückliegt. Der Mann führte aus, dass man heute phantastische Möglichkeiten hat Zeitdatierungen vorzunehmen. So könne man z.B. bei bestimmten Objekten feststellen wie lange es her ist, dass diese zuletzt erhitzt wurden.

Erstaunlich dass man in der Steinzeit auch schon Musik machte.
Nach Höhlenbesuch und ausgiebiger Pause unter einem schattenwerfendem Baum fuhren wir nach Blaubeuren, unserem neuen Übernachtungsplatz. Alles ganz topp organisiert auf dem Platz. 25 € bezahlen wir für die Übernachtung, inklusive Strom.
Gegen Abend sind wir noch mal zu der Blautopf Höhle spaziert. Das ist keine Höhle in die man als Besucher hineinspazieren kann. Vielmehr ist es eine 60 m tiefe Höhle in die man nur als Taucher hinein kann. Man benötigt eine Genehmigung für solche Tauchgänge und muss auch Spezialkenntnisse nachweisen für solche tiefen Tauchgänge. Auf den Malediven sind ja kürzlich 5 italienische Taucher ums Leben gekommen bei Höhlentauchgängen in solche Tiefe. Aber auch diese Höhle hat ihre Todesopfer gefordert bei erfahrenen Tauchexperten.

Alma trinkt hier aus dem grün schimmernden Fluss Blau.

Jetzt versteht man wieso die Höhle den Namen Blautopf trägt. Momentan wird rund um die Höhle herum gebaut.
