Auch heute Morgen wieder stahlblauer Himmel beim Aufstehen.  Die Wettervorhersage bereitete uns schon mal auf 33° C am Nachmittag vor.  

 

 

Neben dem Wohnmobilstellplatz war auch ein Busparkplatz.  Das fand ich doch interessant, dass es auch Fellnasen-Urlaubsreisen gibt.



Nach dem Frühstück haben wir das Bisschen an Grauwasser abgelassen, das sich zwischenzeitlich wieder angesammelt hatte.  Mehr war nicht notwendig.  Wir sind danach 5 km vom Stellplatz in Meersburg nach Unteruhldingen gefahren.  Dort kann man die Rekonstruktion eines Pfahldorfes besichtigen.  Ich hatte vorher den dem Pfahldorf nahestgelegenen Parkplatz rausgesucht.   Auf dem Parkplatz hatte man per Automaten zu bezahlen.  Der machte mich wieder richtig wuschig.  Was sind das nur für Leute, welche die bescheuerte Ablaufsteuerung des Automaten entwickelt haben?  Bei einer Bedienfunktion muss sich wohl schon jemand beschwert haben, denn die betreffende Taste war mit einem gelben Label überklebt worden und im Bedientext wurde dieses gelbe Label ebenfalls hinzugeklebt.  So weit so gut.  Beim Preis dagegen sollte man die gewünschte Verweildauer durch eine Plus- bzw. Minustaste erhöhen oder erniedrigen können.  Auf der anderen Seite betonte die Bedienungsanleitung, dass überzahlte Beträge verloren sind.  Die Plus- und Minustasten bewirkten aber nicht, dass auf dem Beutzerdisplay ein Betrag oder eine Verweilzeit angegeben wurde.  So habe ich mir dann vom Automaten für 10 € die maximale Verweilzeit von 6 Stunden aufnötigen lassen.  Rund tausend Meter waren vom Parkplatz zum Museumsdorf zu gehen.

 

 

Da muss sich meine Palme noch etwas anstrengen bis sie diese Größe erreicht hat.  Die dahinter zu sehenden beiden Palmen bleiben im Boden drin, wie mir der Besitzer sagte.  Eine gewisse Winterhärte muss diese Palmensorte dann wohl doch haben.

 

Am Museumsdorf angekommen konnten wir zunächst klären, dass Alma in den Außenbereich mitkommen kann, nur die Innenräume sind für Hunde nicht zugelassen.  14 € war pro per Person zu zahlen, was ein fairer Preis ist.

 

 

Am Eingang zu den Pfahlhäusern bekamen Besucher eine erste Erläuterung welchen Zeitepochen die verschiedenen Hausbereiche zugeordnet werden können.  Man hat an anderen Orten im See- und Ufergrund gefundene Holzreste analysiert und entsprechend der Ergebnisse dann versucht hier, so originalgetreu wie es nur möglich ist,  wieder aufzubauen.   Man ordnet einige Häuser der Steinzeit zu während andere neuer sind und aus der Bronzezeit stammen.

 

 

Experimente haben gezeigt, dass die Bauten damals recht häufig erneuert werden mussten.  Ein heutiger Versuchsaufbau hielt den Wetterunbillen gerade mal 15 Jahre stand.  Eine andere Testhütte erreichte aber schon eine längere Lebenszeit.




 



 

 

In dem Innenraum eines Hauses war eine Museumsmitarbeiterin zugegen, die sehr anschaulich beschrieb wie hart das Leben damals war und Lebenszeiten in der Steinzeit meist 35 Jahre nicht überschritten, während es in der Bronzezeit schon zehn Jahre mehr waren.

 


Der Übergang zur Verwendung von Bronze war damals sicherlich ein revolutionärer Schritt.  Damit war ein viel härteres Material gegeben.

 

Die Museumsmitarbeiterin wies dann darauf hin, dass es Geld damals noch nicht gab und daher Tauschhandel üblich war.  Einem kleinen Jungen erzählte sie er solle sich vorstellen er wolle einen Lolli eintauschen und müsse sich entscheiden dafür seine Schuhe herzugeben.  Unter dem Gelächter der Besucher entschied sich der kleine Junge sehr spontan für den Lolli.

 

 

Schön war auch, dass einige Häuser mit recht lebensecht aussehenden Puppen versehen waren.  So kann man sich vorstellen, wie das wohl damals ausgesehen hat im Wohnbereich der Steinzeitmenschen.

 

 

Nur Bärenfelle hatten die damals nicht an.  Aber die Stoffe waren sicherlich von recht einfacher Art.  


Nach dem Besuch des Außenbereichs des Museums sind wir einzeln noch mal in den Innenbereich gegangen.  Dabei konnte man auch einen Multimedia-Bereich durchlaufen.  In viertelstündlichem Zeitabstand wurde man als Kleingruppe dort reingelassen.   Dabei wurde visuell ein Tauchgang simuliert, der das Auffinden der alten Holzreste zeigt, sowie bis zum Versenken neuer Pfähle und dem Aufbau eines neuen Pfahldorfes führt.  Der Animationsgedanke stand sicherlich im Vordergrund und der Bezug zum Pfahldorf war vielleicht etwas aufgesetzt.  Ich bin ansonsten nicht jemand, der sich von Videoanimationen mitreißen lässt.  Ich muss aber gestehen, diese hier war schon recht toll und aufwändig gemacht.

 

 

Man befindet sich in einem kreisrunden Raum, der rundum als Projektionskreis geschlossen war. Hier wird ein Tauchvorgang gezeigt, der zur Entdeckung eines Pfahldorfes geführt hat.  Und wirklich sieht man auf einmal einen Taucher, der an einem vorbeischwimmt.  Aber auch die Decke war lückenlos mit der Projektion von Kräuselungen der Wasseroberfläche gefüllt.  Man hatte wirklich das Gefühl unter Wasser zu sein.

 

 

Dann sieht man als „Besuchstaucher“ wie neue Pfähle in den Boden gerammt werden.

 

 

Große Fischschwärme  umkreisen einen auf einmal.

 

 

Dann erhebt sich der Tauchbereich auf einmal und steigt über die Wasseroberfläche empor.  Man sieht nun die Pfahlbauten und kann Steinzeitmenschen dabei zuschauen wie sie einige Arbeitsvorgänge verrichten.  Was aber total irre war,  die Bauten um einen herum drehten sich im Kreis.  Das Gehirn hat die Bauten aber als konstant feststehend wahrgenommen und mir gemeldet der Boden würde sich nun als Platte insgesamt drehen.

 

 

Die Qualität solcher Videosimulationen ist inzwischen schon sehr hoch.  Die Figuren sehen sehr lebensnah aus.

 

Nach dieser Video-Session habe ich das Obergeschoss des Museums noch mal aufgesucht.

 

 

In diesem Schaukasten wird die Rekonstruktion eines Schuhs des Ötzi gezeigt.  Komfortabel sieht das nicht aus, muss aber wohl seine Wärmeschutzfunktion erfüllt haben.

 



Ein Vogel brütet im Museumsbereich auf einem Schwimmnest.

 

 

Außerhalb des Innenbereichs und des Wasserbereichs gibt es noch einen Museumspark, in dem verschiedene Dinge präsentiert werden.  Hier ein Bauexperiment mit Schulklassen.

 

 

 

Ich hatte immer schon überlegt wie die Steinzeitmenschen die Löcher für den Stiel in ihrer Steinbeile bekamen.  Hier sieht man die Antwort.  Das Seil eines Flitzebogens ist um einen Holzstab geschlungen.  Durch ein Ziehen des Bogens bringt man den Holzstab in eine schnelle Rotation.  Als Bohrmittel wurde dann unten Sand hinzugegeben.  Gewichte rechts und links üben genügend Druck auf den Bohrstab aus.  Der Bohrstab wird sich sicherlich schnell verbraucht haben.  Dann hat man wohl einfach einen neuen Stab nachgelegt.

Ich hatte Zweifel, ob man mit einer Steinzeitaxt wirklich einen Baum fällen könne.  Die Museumsmitarbeiterin hatte mir jedoch einen Verweis auf eine Sendung mit der Maus gegeben.  Es geht tatsächlich wie in diesem Link zu sehen ist.

 

Sehr angetan von dem Besuch kehrten wir zum Womo zurück.  Auf dem Rückweg wurden an einem Privathaus Kirschen angeboten.  Da konnte ich nicht widerstehen.  Wir wollten nicht den ganzen restlichen Nachmittag in der knalligen Hitze des Parkplatzes verbringen und sind nach einer Erholungsphase weitergefahren nach Schaffhausen.  Ich hatte einen Campingplatz südlich von Schaffhausen ausgesucht.  Der Grund, dass ich nicht den Stellplatz in Schaffhausen selber ausgesucht hatte war, dass Schaffhausen in der Schweiz liegt und wir somit am Parkplatzautomaten nicht zur Not auf Euromünzen hätten überwechseln können.  Erstaunlicherweise gehört die Gegend südlich von Schaffhausen zur Bundesrepublik.  Da ragt eine deutsche „Nase“ unter Schweizer Gebiet herunter.  Wir sind kurz vor Schaffhausen in die  Schweiz gefahren, und wurden von der Beamtin durchgewunken.   Die Durchfahrt durch Schaffhausen war sehr anstrengend.  Aufgrund der räumlichen Enge hatte man manchmal vier Verzweigungen an einem Ort.  Das präsentierte meine Navigations-App häufig nicht sauber genug und ich musste ein Fehlabbiegen wieder zeitaufwändig korrigieren.  

Etwas südlich von Schaffhausen fuhren wir wieder zurück in die BRD.  Einen Grenzbeamten konnten wir diesmal nicht sehen.  Als ich am ausgesuchten Campingplatz ankam, stellte ich fest dass dieser einem Freibad angegliedert ist.  Ich suchte mir am Ende eines Rasenbereichs eines Stellplatz aus.  Sehr schnell war aber der Bademeister bei uns und erklärte, dass die von uns ausgesuchte Stelle nicht für Womos vorgesehen ist und dass der Platz Womo-seitig komplett voll sei.  Das muss scheinbar schon mit fünf oder sechs Womos der Fall sein.  Er war aber sehr nett und nannte mir einen Stellplatz noch weiter südlich.  Dort angekommen zeigte sich uns ein komplett leerer Platz; welche Freude.  Dann bemerkten wir eine Absperrung welche besagte, der Platz wäre ab heute für eine Woche im Rahmen von örtlichen Festlichkeiten gesperrt.  Aber etwas oberhalb des Womo-Bereichs gibt es einen zweiten Parkplatz.  Auf diesen leeren Pkw-Parkplatz haben wir uns dann notgedrungen für die kommende Nacht gestellt.

 

 

Unsere Fahrstrecke nach Schaffhausen nach dem Besuch des Museumdorfes betrug ungefähr 70 km.

 

Am Abend kam ein heftiger, lang andauernder Hagelschauer auf.  Ich sorgte mich schon um die Stabilität unserer  Dachlüftungsluken.  Trotz des heftige Schauers kühlte sich die Luft nicht ab.  Dann kam ein Gewitter hinzu.  Ziemlich lange konnte man nicht die Fenster öffnen, um die warme, stickige Luft rauszulassen.  Nun ist aber alles wieder vorbei.