Morgens bemerkte Regina, dass wir keinen Strom mehr hatten. An der Stromsäule hatte ich gestern vergeblich nach einer Möglichkeit gesucht Münzen einzuwerfen. Da die von mir gewählte Steckdose bei der Ankunft auch Strom aufwies ging ich davon aus, dass ein Stromdurchschnittspreis in die Platzgebühr bereits eingerechnet wurde. Das war offensichtlich falsch.

Der Text „Elektro T4 gesteuert über Elektrostar M12“ hatte mir gestern überhaupt nichts gesagt. Heute Morgen suchte ich im Internet nach dem Begriff „Elektrostar T4“. Das Suchergebnis veranlasste mich dann mir die zweite, weiter abgelegene, Stromsäule anzuschauen. Und in der Tat konnte ich an dieser zweiten Säule Geld einwerfen für die erste Säule. Man lernt eben immer weiter dazu.
Nach dem Frühstück ist Regina zum nahegelegenen Penny-Markt gegangen. Dort gab es auch die leckeren Kaustangen für Alma, die Aldi nicht anbietet. Das Wetter hatte heute erst ab 15:00 Uhr eine niedrigere Regenwahrscheinlichkeit. Gestern waren wir noch davon ausgegangen schon am Vormittag zum nahegelegenen Nationalpark Falkenstein zu fahren. Beim Besuch des Glasmarktes gestern fanden wir auch den Hinweis, daß es täglich um 11:00 Uhr eine Führung dort gibt. Auf Grund des Wetters haben wir es dann vorgezogen uns dieser Führung anzuschließen.

Der Verkaufsbereich der Zwiesel Fortessa AG.

Die hier gezeigte Glasbläser-Werkstatt dient nicht der Produktion, sondern ist eine Probierwerkstatt in welcher neue Design-Entwürfe umgesetzt werden. Danach entscheidet man ob man mit einem neuen Design in die maschinelle Produktion übergeht.

Dass man beim Glasblasen über ein Rohr Luft in eine heiße Glaskugel hineinbläst und diese dadurch aufbläst, war mir schon bekannt. Dass dieses Aufblasen zur Glaskugel auch in einer Form geschehen kann, war für mich aber neu. Früher war eine Holzform, wie oben gezeigt, sicherlich ein Standard. Heute benutzt man solch eine Holzform allenfalls für Testobjekte. Der maschinelle Produktionsvorgang läuft aber über Metallformen ab. Danach fügt man unten einen Stiel an. Und im letzten Schritt kommt unten an den Stiel der flache Fuß dran. Die so erzeugten Glasobjekte lässt man einen Tag abkühlen. Danach wird der obere nicht benötigte Teil abgeschnitten. Erst jetzt erhält man einen Glaskelch, in den man etwas hineinschütten kann. Es folgt ein Glattschleifen und Wiedererhitzen der Schnittfläche.

Dieser Schaukasten zeigt die einzelnen Produktionsschritte vom Glasklumpen bis zum fertigen Trinkgefäß. Der Ausgangsglasklumpen entsteht durch Vermischung von pulverisiertem Quarzsand, Kalk und Soda und nachfolgendem Erhitzen. Die restlichen 10% an Zusätzen sind das Betriebsgeheimnis der Firma Zwiesel Fortessa AG. Die Firma produziert das weltweit am häufigsten verkaufte Trinkglas. Auf den Werbeflächen der Firma wird auch ein mit einem Buchstaben Z versehenes Notensymbol gezeigt. Das Notensymbol soll darauf hindeuten, dass das produzierte Glas einen besonderen Klang hat, hervorgerufen durch die geheimen Beimischungen.


Das obige Bild zeigt wie an den schon vorhandenen Stiel noch ein Fuß angefügt wird. Der am Rohr befindliche Glasteil wird später abgeschnitten. Erst dadurch erhält man ein offenes Trinkgefäß.,
Ich hatte gestern im Internet Details über die geschichtliche Entwicklung der Firma Schott-Glas nachgelesen. Es gab eine Reihe von Aufteilungen in verschiedene Geschäftsbereiche, Aufkäufe anderer Firmen und Spezialisierungen. In dem Zusammenhang stößt man auch auf den Namen Zeiss-Jena, die sich ja auf optisches Glas spezialisiert haben. Aber auch hitzefestes Ceranglas gehört zu einer solchen Spezialisierung. Ein sehr interessantes Themengebiet.
Nach der Beendigung der Führung sind wir zum Nationalparkzentrum Falkenstein gefahren, welches 6 km nördlich von Zwiesel liegt.

Die eigentlich vorhergesagte Trockenperiode am Nachmittag verschob sich immer weiter nach hinten. Ein weiteres Abwarten machte keinen Sinn. Also starteten wir unseren Naturparkbesuch. Das Wetter wechselte ständig zwischen Nieselregen und Trockenphasen hin und her.

Ein Terrarium für Salamander. Wir konnten sie leider nicht entdecken. Zwischen den vielen aufgehäuften Felssteinen gab es ja genug Ritzen zum Verstecken.

Man hat versucht viele Dinge aufzubauen, über welche man auch Kinder für die Natur interessieren kann. Hier eine Murmelbahn. An den verschiedenen Stellen, welche die Murmel passiert, gab es spezielle Naturhinweise.

Im Luchsgehege konnten wir keine der Tiere entdecken. Bei einem früheren Besuch eines Wildparks konnten wir zufällig schlafende Tiere oben im Baumgeäst entdecken. Das gelang aber auch nur weil das Gehege viel kleiner war als das hier angelegte.
Zwischendurch gab es eine Reihe von schönen Klettermöglichkeiten für Kinder.

Das Informationszentrum im Naturpark.
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Alles war sehr großzügig angelegt, inklusive eines Restaurants.

Diese Holzbrücke führt quer durch das Wolfsgehege hindurch.

Wir konnten leider auch keine Wölfe entdecken. Alma sagt bei Regen ja auch immer „Da kannst Du alleine rausgehen bei dem Mistwetter“. Nur oft genutzte Pfade, wie diesen hier, konnte man sehen.
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Eine Art von Memory-Spiel, bei dem für verschiedene Tiere deren Fußabdrücke gesucht werden mussten. Daneben ein Sandkiste in der man mit Stempeln selber verschiedene Spuren in den Sand drücken konnte.

Regina und ich haben den Aussichtsturm bestiegen. Leider hatten wir keine gute Fernsicht.

Die in einem vorherigen Tagesbericht bereits erwähnten Rückzüchtungen der Auerochsen, konnten wir hier sehen.

Im Hintergrund einige Przewalski Pferde. Das ist die letzte überlebende Art der Wildpferde, von denen unsere heutigen Pferde abstammen. Die Pferde waren recht weit entfernt, sodaß ich weit hineinzoomen musste. Das machte das Bild recht pixelig.
Es folgte ein Nachbau einer steinzeitlichen Höhle inklusive von Multimedia-Elementen am Ein- und Ausgang.

Schautafeln im Eingangsbeteich der Höhle.

Im Mittelteil die nachgebaute steinzeitliche Höhle.

Inklusive von Höhlenmalereien, die man in anderen bekannten Höhlen gefunden hat.

Am Ende der Höhle wird ein Film über die Lebensumstände von Mensch und Tier zur Zeit der Steinzeit gezeigt.
Nach dem Ende des 2,5 km langen Rundgangs durch den Nationalpark haben wir uns einen Stellplatz weiter südlich im Bayerischen Wald ausgesucht. 40 km waren zu fahren. Am Zielort angekommen mussten wir feststellen, dass dort gar kein Stellplatz existierte. Die Koordinatenangaben waren falsch. Daher steuerten wir einen anderen in der Nähe liegenden Stellplatz in Neuschönau an. Der hat immerhin sogar Stromanschlüsse in die man Münzen einwirft. Ansonsten ist der Stellplatz gebührenfrei.

Den ganzen Abend lang prasselt der Regen schon auf unser Womo-Dach. Und das wird die Nacht über auch so bleiben. Die Vorhersage für morgen ist auch nicht gerade rosig.




