Unser letzter Übernachtungsplatz liegt unmittelbar nehmen einer Aldi-Filiale. Regina hat daher nach dem Frühstück zunächst unseren Kühlschrank wieder aufgefüllt.
Für heute hatten wir eine Wanderung zu den Rieslochfällen geplant. Geeignete Parkplätze für den Start der Wanderung finden sich nördlich von Bodenmais. Wir hätten die Strecke von 1800 m dorthin auch zu Fuß zurücklegen können. Aber hin und zurück sind das schon 3,6 km . Die heute gemachte Wanderung war 6,4 km lang. Zusammen wären das dann schon 10 km gewesen. Also eine gute Entscheidung den dortigen Parkplatz per Womo anzusteuern.

Der Parkplatz ist auf obiger Karte durch den blauen Punkt unten gekennzeichnet. Ganz oben auf der Karte befinden sich die „Oberen Rieslochfälle“. Dreihundert Meter darunter liegen die „Unteren Rieslochfälle“.
Wir haben den ersten möglichen Parkplatz gewählt. Weiter hätten wir auch nicht fahren dürfen, da ein Einfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3000 kg Gesamtgewicht vorlag. 5 € Tagesparkgebühr ist ok, so denke ich.

Gleich hundert Meter nach unserem Wanderungsstart konnte Alma das erste mal Wasser schlabbern.

Nachdem wir die beiden anderen Parkplätze passiert hatten, wurde der Weg schmal und steinig. Es galt immer auf die Füße zu schauen, um nicht über einen der vielen Steine zu fallen. Auch ging es beständig bergauf.

Dies sind die unteren Rieslochfälle.

Beim weiteren Aufstieg zu den oberen Rieslochfällen konnte man beständig auf den Fluss herunter schauen und immer das Tosen des Wasserfalls hören.

Unterwegs wurde auf einer Informationstafel daran erinnert, dass an der dortigen Stelle sich früher mal eine Ski-Sprungschanze befand, auf der man Weiten bis zu 100 m springen konnte. Nachdem man sich das Profil der gegenüberliegenden Bergflanke anschaute, konnte man sich vorstellen wo sich die Sprungschanze befunden haben könnte. Jetzt ist alles dicht mit Fichten bedeckt. Man würde selber nie auf die Idee kommen, dass sich dort mitten in diesem engen Tal mal eine Ski-Sprungschanze befunden haben könnte.

Eine andere Tafel ermahnte den Wanderer sich rücksichtsvoll zu verhalten und die Wege nicht zu verlassen. Dabei wurde auf Auerhühner und Auerochsen verwiesen, die dort zu finden sind. Auerochsen sind ja seit 300 Jahren ausgestorben. Ich habe also im Internet nach Information zu diesem Aspekt gesucht. Dort fand sich die Information, dass man hier im Bayerischen Wald Rückzüchtungen dieser ausgestorbenen Rasse betreibt. Es wird dabei die Tatsache genutzt, dass alle heutigen Rinder auch die Gene der Auerochsen in sich tragen. So versucht man durch Selektion und Kreuzung die Rinder für die Weiterzucht zu verwenden, bei denen Eigenschaften und Aussehen der ausgestorbenen Auerochsen wieder durchkommen.

Hier an den oberen Rieslochfällen stand eine Rastbank, die sich anbot für eine Mittagsrast. Grundsätzlich waren es „nur“ noch 5 km weiter zum Gipfel des Großen Arber. Aber das wollten wir weder Alma noch uns antun. Nachdem wir durch Brote und Getränke wieder gestärkt waren, ging es zurück zum Womo.

Zurück am Parkplatz fand sich diese Wanderweg-Übersichtstafel . Ich möchte mit diesem Bild unterstreichen wie zahlreich die möglichen Wanderrouten sind. Die Wanderwege sind sehr gut ausgeschildert und geben auch die auf der Karte zu sehenden Streckenbezeichner wieder.

Als nächsten Übernachtungsplatz haben wir einen Campingplatz am
Ortsrand von Zwiesel ausgesucht. Die 15 km waren schnell zurückgelegt.

Der Campingplatz wirkt etwas „überaltert“. Auch war es aufgrund der hohen Bäume nicht leicht einen Platz zu finden, der Satelliten-Empfang erlaubt, und gleichzeitig nicht weiter als 10 m von einem Stromanschluss entfernt ist.
Alma wird regelmäßig von Minizecken befallen, die uns aber recht schnell auffallen auf ihrem hellen Fell. Die Zecken hier im Bayerischen Wald sind nicht ganz ungefährlich. Nicht umsonst haben wir unsere Impfung gegen FSME aufgefrischt. Das Anti-Zeckenhalsband scheint aber gut zu funktionieren, sodass die Zecken offenbar schnell wieder „türmen“. Den Rest entfernt Regina mit ihrer Drahtbürste beim Ausbürsten der Fellflocken, die sich momentan bei Alma reichlich lösen. Ich habe bisher nur eine einzige festsitzende Zecke entdeckt, die aber scheinbar schon tot war.
Was Regina heute auffiel war, dass sich die Tagelänge für Hamburg und die für den Bayerischen Wald mehr unterscheidet als man erstmal vermutet.
Hamburg Sonnenaufgang 4:52 Uhr
Sonnenuntergang 21:48 Uhr
Zwiesel Sonnenaufgang 5:03 Uhr
Sonnenuntergang 21:10 Uhr
Also morgens ist es in Hamburg 11 Minuten früher hell und abends 38 Minuten länger hell. In Summe ist es in Hamburg jetzt fast fünfzig Minuten länger hell. Im Winter wird sich das umdrehen.
