Wir hatten gestern beschlossen uns heute die Altstadt von Bamberg anzuschauen. Bamberg ist auf der unten gezeigten Karte durch einen pinkfarbenen Punkt gekennzeichnet, unser letzter Übernachtungsplatz in Luisenburg durch einen gelben Punkt. Regina hatte auf dem Strassenatlas zufällig gesehen, dass es in der Nähe von Luisenburg ein Besucherbergwerk gibt. Auf der Karte ist die Lage durch einen dunkelgrünen Punkt gekennzeichnet, in der Nähe des Ortes Fleckel.

Nach nur 11 km erreichten wir das Besucherbergwerk Gleissinger Fels. Die nächste Führung war für 11:00 Uhr angesetzt. Nach der Verteilung der Schutzhelme ging es herunter in den Bergwerksstollen. 1650 begann man hier mit dem Erzabbau und 1939 endeten die letzten Aktivitäten in diesem Bergwerk.


Der Stollen führt direkt zu der im Gebirge befindlichen Erzader und diente dem Abtransport des Erzes.

Über eine Seilwinde wurde Erz aus größerer Tiefe hochgezogen.

An dieser Stelle haben die Bergleute sich in die Tiefe vorgearbeitet. Ca. 10 bis 15 m geht es nach unten.


Hier dagegen hat man den Erzabbau nach oben hin vorgetrieben. Die Stützbalken hat man nicht aus hartem Eichenholz, sondern aus weicherem Fichtenholz gefertigt. Es wurde erklärt, dass aufgrund der längeren Holzfasern Fichtenholz vor einem Durchbrechen zeitig genug akustische Warnsignale in Form von Knistern von sich gibt. Bei Eichenholz dagegen gibt es derartige Warnsignale nicht.
Viele Formulierungen aus unser heutigen Umgangssprache sollen aus dem Umfeld des Bergbaus kommen. Z.B. die Formulierung „nicht vor die Hunde gehen“, welche ja besagt, dass einem nicht Schlimmes oder gar der Tod drohen sollte, stammt aus dem Bergbau. Mit den Hunden sind nicht die Tiere sondern die das Erz transportierenden Loren gemeint. Diese Hunde liefen auf Schienen und ein Bergmann schob den Hund und ein weiterer zog den Hund. Die ziehende Person wurde gelegentlich auch überrollt von dem mit Erz beladenen Hund. Ein anderes Beispiel ist der Satz „er musste koffern“. Da denkt man zunächst an einen Menschen, der sich übergeben muss. Im Bergbau war jedoch der Untertage-Toilettengang der Bergleute damit gemeint. Es gibt im Gleissinger Bergwerk ungefähr 6 km an Stollen. Wir gingen während der Führung durch 800 m Stollen. Die Führung dauerte ungefähr eine Stunde.
Weiterer Link : https://www.bergwerk-fichtelberg.de
Nach Beendigung der Bergwerksführung fuhren wir nach Bamberg, um uns dort die historische Altstadt anzuschauen. Auf obiger Karte ist die Position von Bamberg durch einen pinkfarbigen Punkt repräsentiert. 90 km an Strecke legten wir auf einer kurvenreichen Strecke zurück.
In Bamberg gibt es zwei verschiedene Stellplätze, die in Altstadtnähe liegen. Als wir beim ersten Womo-Stellplatz ankamen, waren sämtliche Stellplatze belegt. Ein wenige Minuten vor uns angekommenes Wohnmobil konnte einen gerade freiwerden Stellplatz belegen. Nach einer Viertelstunde Wartezeit dort beschlossen wir zum zweiten Stellplatz in Altstadtnähe zu fahren. Auch dort war kein Stellplatz frei. So beschlossen wir den Bamberg Altstadtbesuch von unser Aktivitätenliste zu streichen. Als nächster Besuchsort bot sich jetzt die Bing Höhle an. Die Lage der Höhle ist auf obiger Karte durch einen roten Punkt gekennzeichnet. Die Höhle liegt in Streitberg, einem Ortsteil der Gemeinde Wiesenttal. Von Bamberg aus waren nur 35 km zu fahren. Die Fahrt führte durch ein sehr schönes Tal, welches von grünen Bergflanken umrahmt wurde.

Diese markante Felssäule zeigte sich uns kurz vor der Bing-Höhle.

Die Bing-Höhle ist eine Tropfsteinhöhle. Man geht durch eine vom Wasser aus dem Kalkstein herausgewaschene Röhre. In der Höhle kann man sich nicht verlaufen, es gibt nur eine Möglichkeit zum Ausgang zu gelangen. 300 Meter ist die Höhle lang.


Da Regina und ich wegen Alma nicht zeitgleich die Tropfsteinhöhle durchwanderten, habe ich meist versucht eine fremde Person in das Foto einzubeziehen, damit die Größenverhältnisse deutlich werden.

Der Weg durch die Höhle ist auf der ganzen Strecke sehr schmal, so wie hier auf dem Bild zu sehen ist.

Wunderbare Formen und Farben zeigen sich. Die Höhle ist sehr dezent ausgeleuchtet.


In diesem Bereich öffnet sich die Höhle nach oben. Während man sonst immer aufpassen musste, sich nicht den Kopf zu stoßen, ging es hier ca. zehn Meter in die Höhe.

Die Stalagtiten und Stalamiten wachsen pro Jahr um einen Viertel-Millimeter. Einige dieser Stalagmiten dürften daher 10000 Jahre alt sein.

Für Erwachsene ist Kopfeinziehen hier angesagt.

Ist man schnell, so durchwandert man in ca. einer Dreiviertelstunde die Höhle. Man kann sich aber auch mehr Zeit nehmen, wenn man will.
Nachdem sowohl Regina als auch ich mit dem Höhlenbesuch fertig waren, kam auch Alma zu ihrem Recht und bekam ihren Schnupperspaziergang. Da ich heute unsere Bordbatterie gerne wieder per 220 Volt aufgeladen hätte, kam der Stellplatz in Höhlen-Nähe nicht in Betracht. Nur 20 km entfernt lag der Ort Pottenstein. Dort gibt es eine Burg, die umwandert werden kann, aber auch einen Stellplatz mit allen benötigten Womo-Services.

Wir hatten Glück, es gab noch einen freien Stellplatz in Pottenstein. Wenige Minuten nach unserer Ankunft kamen die nächsten Stellplatz-Aspiranten. Im Gegensatz zu Bamberg waren wir diesmal die Glücklichen. 12 € waren per Automat zu entrichten. Strom wird per Münzeinwurf bezahlt. Während unserer Fahrt heute gab es eine kurze Regenphase. Ansonsten wurden wir vom Regen verschont.
